Gasgefahren bei Untertagearbeiten
Untertagearbeiten sind mit besonderen Gefahren verbunden, da sich Personen in geschlossenen oder schlecht belüfteten Bereichen aufhalten und natürliche wie auch prozessbedingte Gase freigesetzt werden können. Abhängig von geologischen Bedingungen, eingesetzten Maschinen oder Arbeitsverfahren besteht das Risiko von Sauerstoffmangel, toxischen Gasen oder explosionsfähigen Atmosphären. Diese Gefahren sind oft nicht wahrnehmbar und können sich innerhalb kürzester Zeit zu einer ernsthaften Bedrohung für die Sicherheit von Personen werden.
Besonders kritisch sind Situationen wie das Betreten nicht oder ungenügend belüfteter Bereiche, Arbeiten nach Lüftungsunterbrüchen, Sprengvortriebe sowie Tätigkeiten in Nischen, Schächten oder Blindstollen. Auch Wartungsarbeiten, Kontrollgänge und Sonderbetriebe erfordern eine zuverlässige Überprüfung der Luftqualität. Die GfG Gesellschaft für Gerätebau AG unterstützt Anwender dabei mit praxisnahen und präzisen Lösungen, die eine sichere Beurteilung der Gasgefahren ermöglichen und so einen wirksamen Personenschutz bei Untertagearbeiten wie z.B. in Gruben, Schächten, im Tunnelbau oder in Kanälen gewährleisten.
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Welche Gase und Risiken treten bei Untertagearbeiten auf?
Je nach Tätigkeit, Bauphase und örtlichen Gegebenheiten treten diese Gase in unterschiedlichen Arbeitssituationen auf und bergen jeweils spezifische Risiken. Die folgende Übersicht zeigt die typischen Gase bei Untertagearbeiten, die dazugehörigen Einsatzsituationen sowie die daraus resultierenden Gefahren für Personen.
Methan kann aus gasführenden Gesteinsschichten austreten und zusammen mit Luft eine explosionsfähige Atmosphäre bilden. Besonders gefährlich sind Gasansammlungen in schlecht durchströmten Zonen, da bereits kleinste Zündquellen schwere Explosionen auslösen können.
Typische Arbeitssituationen
- Reinigungs und Unterhaltsarbeiten in Abwasserkanälen
- Inspektions und Kontrollarbeiten in Kanälen und Sammelleitungen
- Einstieg und Arbeiten in Schächten mit eingeschränkter Luftzirkulation
- Sanierungs und Reparaturarbeiten in Kanalnetzen
- Spül, Fräs oder Kameraarbeiten in geschlossenen Kanalsystemen
Risiko
- explosionsfähig
- brandgefährlich
Schwefelwasserstoff kann aus bestimmten Gesteinsschichten sowie durch chemische und biologische Zersetzungsprozesse freigesetzt werden. Letztere entstehen vor allem bei der Zersetzung organischer Stoffe unter Sauerstoffmangel und werden als Fäulnisgase bezeichnet, wie sie typischerweise in Abwasserkanälen, Schächten und Kläranlagen auftreten. In niedrigen Konzentrationen ist das Gas durch seinen charakteristischen Geruch wahrnehmbar, bei höheren Konzentrationen setzt der Geruchssinn aus. Schwefelwasserstoff wirkt stark toxisch und kann bereits nach kurzer Exposition tödlich sein.
Typische Arbeitssituationen
- Arbeiten in bestimmten geologischen Zonen
- Wartungsarbeiten in Schächten oder schlecht belüfteten Hohlräumen
- Sonderbetriebe und Inspektionsarbeiten
Risiko
- hoch toxisch
- sehr schnell wirksam
Stickoxide entstehen vor allem durch Verbrennungsprozesse in motorbetriebenen Maschinen und Fahrzeugen unter Tage. Die Gase sind teilweise geruchlos oder nur schwach wahrnehmbar und wirken reizend auf Atemwege und Augen. Bei höheren Konzentrationen können sie zu schweren gesundheitlichen Schäden führen.
Typische Arbeitssituationen
- Einsatz von dieselbetriebenen Maschinen und Geräten
- Arbeiten in Bereichen mit unzureichender Lüftung
- Längere Aufenthalte in stark frequentierten Tunnelabschnitten
Risiko
- toxisch
- reizend für Atemwege und Augen
Kohlenstoffdioxid ist schwerer als Luft und sammelt sich bevorzugt in bodennahen oder tieferliegenden Bereichen. Das Gas ist für Menschen nicht wahrnehmbar und verdrängt den Sauerstoff aus der Atemluft. Bereits erhöhte Konzentrationen können zu Atemnot und Bewusstseinsverlust führen.
Typische Arbeitssituationen
- Arbeiten in Senken, Schächten oder tiefergelegenen Tunnelabschnitten
- Bereiche mit unzureichender Luftbewegung
- Wartungs- und Kontrollarbeiten nach Maschinenstillstand
Risiko
- erstickend
- toxisch bei höheren Konzentrationen
Kohlenmonoxid entsteht durch unvollständige Verbrennungsprozesse, beispielsweise bei motorbetriebenen Maschinen oder Fahrzeugen. Das Gas ist farb- und geruchlos und blockiert den Sauerstofftransport im Blut. Bereits geringe Konzentrationen können zu schweren Vergiftungen führen.
Typische Arbeitssituationen
- Einsatz von dieselbetriebenen Maschinen unter Tage
- Arbeiten in Bereichen mit unzureichender Abgasabführung
- Störungen oder Ausfall der Lüftung
Risiko
- hoch toxisch
- schnell lebensbedrohlich
Ein zu geringer Sauerstoffgehalt in der Atemluft ist eine der grössten Gefahren bei Untertagearbeiten. Sauerstoff kann durch andere Gase verdrängt werden und ist für Menschen nicht wahrnehmbar. Bereits geringe Abweichungen vom Normalwert können zu Leistungsabfall führen, bei weiterem Abfall besteht akute Lebensgefahr.
Typische Arbeitssituationen
- Betreten nicht oder ungenügend belüfteter Bereiche
- Arbeiten nach längeren Stillständen oder Lüftungsunterbrüchen
- Tätigkeiten in Schächten, Blindstollen oder tieferliegenden Bereichen
Risiko
- erstickend
- akut lebensgefährlich
Wie werden Handmessgeräte unter Tage eingesetzt?
Handmessgeräte ermöglichen eine schnelle und zuverlässige Beurteilung der Luftqualität direkt vor Ort. Sie machen gefährliche Gase sowie Sauerstoffmangel sofort erkennbar und sind damit ein zentrales Werkzeug für den Personenschutz bei Untertagearbeiten.
Gerade bei laufenden Veränderungen im Untertagebau spielen Handmessgeräte ihre Stärken aus. Baustellen entwickeln sich dynamisch, Lüftungssituationen ändern sich fortlaufend und Arbeitsbereiche werden flexibel angepasst. Handmessgeräte reagieren unmittelbar auf diese Veränderungen und liefern jederzeit aktuelle Messwerte. Dadurch lassen sich Risiken kontinuierlich verfolgen und sicher bewerten, ohne auf fixe Installationen angewiesen zu sein.
Im täglichen Einsatz werden Handmessgeräte vor allem zum Freimessen von Arbeitsbereichen eingesetzt, etwa vor Arbeitsbeginn oder nach Lüftungsunterbrüchen. Ihre Mobilität, die gleichzeitige Mehrgasmessung sowie integrierte akustische und optische Alarme stellen sicher, dass Gefahren frühzeitig erkannt und sichere Arbeitsbedingungen auch in dynamischen Umgebungen gewährleistet bleiben.
Die richtigen Produkte für Gasegefahren bei Untertagearbeiten
Die GfG Gesellschaft für Gerätebau AG bietet robuste und praxisbewährte Lösungen zur sicheren Erkennung von Gasegefahren bei Untertagearbeiten. Für den mobilen Einsatz kommen unter anderem die Handmessgeräte G888 und Microtector III zum Einsatz, die eine zuverlässige Messung von Sauerstoff, toxischen sowie explosionsfähigen Gasen ermöglichen.
Die Geräte eignen sich ideal für das Freimessen von Arbeitsbereichen, punktuelle Kontrollen und den täglichen Personenschutz unter Tage. Dank präziser Sensorik, klarer Alarmierung und einfacher Bedienung unterstützen die Handmessgeräte Anwender dabei, Gefahren frühzeitig zu erkennen und sichere Arbeitsbedingungen zu gewährleisten.
Microtector III G888 M
Kompaktes Mehrgasmessgerät für den Einsatz in Ex-Zone 0
Polytector III G999M
Mehrgasmessgerät mit Pumpe für den sicheren Einsatz in Ex-Zone 0
Micro 5 G222E
Kompaktes und robustes Messgerät für 1 oder 2 Gase
TeamLink G999L
Connected Safety-Monitor für die Überwachung per Funk
Erweiterte Lösungen für erhöhte Anforderungen
Arbeiten mehrere Personen gleichzeitig in einem Gefahrenbereich oder ist eine kontinuierliche Überwachung erforderlich, bieten provisorische stationäre Gasüberwachungen eine sinnvolle Ergänzung zu Handmessgeräten. Sie ermöglichen eine permanente Messung der Luftqualität und eine zuverlässige Alarmierung bei Grenzwertüberschreitungen.
Die GfG Gesellschaft für Gerätebau AG bietet flexible provisorische stationäre Überwachungslösungen für verschiedene Untertage-Anwendungsbereiche und unterstützt dich gerne bei der Auswahl der passenden Lösung. Für weiterführende Informationen oder eine persönliche Beratung stehen wir dir jederzeit zur Verfügung.
Fachliche Unterstützung rund um Handmessgeräte bei Untertagearbeiten
- Fachliche Unterstützung bei der Auswahl und Einbindung von Handmessgeräten in bestehende Sicherheits- und Arbeitskonzepte
- Beratung zur korrekten Anwendung von Handmessgeräten für Freimessungen, Kontrollmessungen und den täglichen Personenschutz unter Tage
- Unterstützung bei der Festlegung geeigneter Messstrategien für unterschiedliche Arbeitsbereiche, Tätigkeiten und Gase
- Schnelle und transparente Angebotserstellung für mobile und ergänzende Überwachungslösungen
- Teilnahme an Besprechungen und Begehungen vor Ort, sowohl bei Neubauprojekten als auch bei bestehenden Untertageanlagen
- Unterstützung bei der Erstellung von Ausschreibungen für Handmessgeräte und ergänzende Gasüberwachungslösungen
Umsetzung und Ausführung
- Lieferung von geeigneten Handmessgeräten sowie ergänzenden provisorischen stationären Überwachungslösungen für Untertagearbeiten
- Projektbezogene Auslegung und Zusammenstellung der Mess- und Alarmkomponenten entsprechend der jeweiligen Anwendung
- Aufbau kundenspezifischer provisorischer Überwachungslösungen, inklusive lokaler Alarmierung und optionaler Ansteuerung von Lüftungs- und Sicherheitsfunktionen
- Inbetriebnahme, Instruktion und Einweisung der Anwender durch qualifizierte Fachpersonen
Wartungen und Unterhalt
- Wartung von Handmessgeräten und provisorischen stationären Überwachungslösungen gemäss geltenden Richtlinien und Herstellervorgaben
- Einsatz regional tätiger Servicetechniker in der gesamten Schweiz
- Durchführung von Instandsetzungen, Sanierungen und Erweiterungen bestehender Überwachungslösungen
- 24/7 Pikettdienst zur schnellen Unterstützung bei Störungen und sicherheitsrelevanten Ereignissen
- Lückenlose Dokumentation und Reporting von Wartungs- und Reparaturmassnahmen
- Nachschulungen und Auffrischungen für Anwender bei Bedarf